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Jedes Kind ein Geschenk Gottes

Kinderinsel Klein-Umstadt feierte mit Pfarrfest 50-jähriges Bestehen
KinderinselHPZahlreiche Hände reckten sich in die Höhe, als Michaela Meingast fragte: „Wer von Ihnen war als Kind hier oder ist Vater, Mutter, Opa, Oma, Tante oder Onkel eines Kinderinsel-Kindes?“ Nahezu jeder Gast beim Pfarrgartenfest in Klein-Umstadt, das zum 50-jährigen Jubiläum der evangelischen Kindertagesstätte auch dort gefeiert wurde, hat oder hatte schon mal mit der Einrichtung zu tun. Diese besitze großen Einfluss im Ort, bestätigte die Pfarrerin, die einmal wöchentlich hierher kommt, um mit den Kindern Gottesdienst zu feiern.

Geschützter Raum auf Zeit

An Sonntag geschah dies im Freien, auf dem festlich geschmückten, bunt dekorierten Hof des Kindergartens. „In unserem Kinderinselhaus“, so sangen fröhlich die Kleinen mit ihren Erzieherinnen für die zahlreichen Gäste, die jeden Platz auf Bänken und Stühlen belegten. Hier könne man lachen, weinen, plantschen, draußen spielen oder Dinoknochen suchen, hieß es im Lied weiter, „immer unter dem Schutz und den Augen Gottes“, so Pfarrerin Meingast, die einen überaus kindgerechten Mitmachgottesdienst vorbereitet hatte. Wie die Vögel in ihrem Nest befänden sich auch die Kinder hier in einem geborgenen, geschützten Raum auf Zeit und erlebten dort Liebe, Förderung und Raum zum Spielen - um fliegen, laufen, lesen zu lernen. „Unsere Kinder sind ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde.“ Und die heute Erwachsenen kehrten mit ihren Kindern auf diese Insel hier zurück.  

In Begleitung des Posaunenchors und der zwölf Jungbläser wurde viel gemeinsam gesungen an diesem Vormittag, sich bewegt und gespielt, und es gab natürlich zum festlichen Anlass auch einige Grußredner zu hören. „Ihr stellt seit 50 Jahren die Kinder in den Mittelpunkt“, lobte Joachim Meyer, Dekan des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Der besondere Charme der Kinderinsel bestehe eben auch darin, dass sie mitten im Ort sei. Wie im afrikanischen Sprichwort, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen, sei hier das Dorf beisammen. „Hier stimmt alles.“ Und bei aller Arbeit, so der der Dekan weiter, sei es auch schön, einen Kindergarten zu tragen und dabei „die lebendige und schöne Blickweise von Kindern erleben zu dürfen“. Kinderinsel DekanHP

Stolz auf das vergangene halbe Jahrhundert
Gespannt auf die weitere Entwicklung zeigte sich Ortsvorsteherin Erna Macht, die sich ebenso wie Groß-Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert mit dem Kindergarten freute und Stolz auf das vergangene halbe Jahrhundert äußerte. Dieser betonte, zu jener Zeit sei es gar keine Selbstverständlichkeit gewesen, dass man sich um Kinderbetreuung gekümmert habe. Vieles habe sich verändert, „auch in den Elternschaften“, so Ruppert. Und dass heute der langgehegte und früh geäußerte Wunsch nach einer U3-Betreuung erfüllt werde, sei eine Anerkennung für die Kirchengemeinde: „Hier ist Raum für ein vollkommenes Angebot mit U3-Kindern.“      

Aktuell werden in drei Gruppen, auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf, 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. Ab Sommer ist vorgesehen - als Übergangsphase für die 2018 angestrebte Konzeption mit Kindern ab einem Jahr - zunächst Zweijährige aufzunehmen. Gleich nach dem Jubiläumsfest sind erste Vorarbeiten für umfangreiche Umbaumaßnahmen geplant. Die Nachfrage sei auf jeden Fall da, heißt es von Seiten der Leitung, sodass zwölf Plätze zur Verfügung stehen werden. Der Personalschlüssel gebe das mit momentan zehn festen Erzieherinnen her. Gut gewappnet und „frohen Mutes“ gehe ein motiviertes Team zu Werk.

Kindertagesstätte im Wandel
„Klein rein – groß raus“ lautet die Devise der Kindertagesstätte in Trägerschaft der Kirchengemeinde. 1967 hatte diese das Gelände an der Bahnhofstraße erworben. Teils bis zu 90 Kinder wurden hier betreut. 1985 konnte erweitert und ein geräumiger Turnsaal gebaut werden. 1986 wurde der Kindergarten in eine Kindertagesstätte umgewandelt, eine vierte Gruppe eröffnet. Ab 2004 konnten Kindergarten- und Schulkinder in der von nun an so genannten „Kinderinsel“ betreut werden. 2008 gab es verlängerte Öffnungszeiten und Mittagsversorgung sowie mehr Schulkinder in altersübergreifenden Gruppen bis zehn Jahre. Erst im vergangenen Jahr fielen die Hortkinder weg, die seitdem an der Wendelinusschule betreut werden.

„Der Kindergarten hat sich immer angepasst, den Eltern und ihren jeweiligen Bedürfnissen“, resümierte die Pfarrerin. Neben einem „sehr engagierten“ Elternbeirat sei auch die Zusammenarbeit mit der Schule immer gut gewesen. Regelmäßig gebe es gemeinsame Projekte mit den Vorschulkindern. Für alle sehr bewegend sei der Gottesdienst mit Segnung derer, die nach den Ferien in die Schule kommen. Hier würden christliche Grundwerte vermittelt, spielerisch setze man sich mit biblischen Themen auseinander. „Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes. Seit 50 Jahren dürfen wir Kinder ein Stück ihres Weges begleiten.“ Hier könnten sie Geborgenheit in der Gemeinschaft und viel Freude erleben. „Hier werden die Kinder als Individuen mit ihren eigenen Stärken wahrgenommen.“

Kinder wollen lernen
Es gebe inzwischen andere Rahmenbedingungen und die Konzepte hätten sich geändert, erklärte Ulrike Sommer, seit April Leiterin der Einrichtung. Gemeinsam lernen, jedes in seinem eigenen Tempo, mit seinen Interessen und Bedürfnissen wahrzunehmen, stelle eine der Hauptaufgaben dar. „Partizipation“ bilde die Grundlage. „Es liegt in der Natur der Kinder, lernen zu wollen.“ Die Kinder sollten Verantwortung übernehmen, planen und organisieren. „Nur so werden sie zu verantwortungsvollen Menschen, die nicht nur konsumieren“, weiß Ulrike Sommer. Sie wurde beim Fest besonders willkommen geheißen und erfuhr im Kreise ihrer Kolleginnen den Segen.    

Toll vorbereitet worden war dieser aufwändige, großartige Tag, der nach viel Spiel und Spaß und auch allerlei kulinarischen Genüssen mit einem Auftritt des Schulchors und zweier Tanzgruppen ausklang. Für das Team des Sonntagscafés überreichte Ingetraut Dittes den Erlös des ersten Halbjahres: Damit könnten sich vielleicht einige kleinere Wünsche bei der U3-Einrichtung erfüllen. Wie die Vergangenheit werde auch die Zukunft geprägt sein von Vertrauen und Miteinander, sagte Pfarrerin Meingast. „Lasst uns etwas von diesem tollen Gefühl mitnehmen in unseren Alltag.“  

Text + Bilder: Dorothee Dorschel


Bilderläuterungen:
Oben:
Fröhliche Bewegungslieder präsentierten die Kindergartenkinder zum 50. Geburtstag ihrer Kinderinsel in Klein-Umstadt.    
Mitte: Auch der Dekan feierte kräftig mit: Joachim Meyer ließ die Kinder und alle Jubiläumsgäste in Klein-Umsatdt eine riesige Rakete zum 50-jährigen Bestehen der evangelischen Kindertagesstätte starten. 

Veranstaltungen

Fr.26.Jan (19:00 - 20:00) 5015 - Interaktiver Online-Gottesdienst
Ev. Friedensgemeinde Eppertshausen
Sa.27.Jan (09:30 - 12:30) Vorbereitung des Weltgebetstages aus Surinam
Ev. Gemeindehaus Altheim
Sa.27.Jan (18:00 - ) Mitsing-Konzert mit Fritz Baltruweit
Ev. Michaelskirche Groß-Bieberau
So.28.Jan (14:00 - ) Gottesdienst zur Einführung von Pfarrerin Amélie Sinapius
Ev. Kirche Nieder-Klingen
So.28.Jan (17:00 - ) 377. Spachbrücker Abendmusik
Ev. Kirche Spachbrücken
So.28.Jan (17:00 - ) Orgelkonzert
Ev. Stadtkirche Groß-Umstadt
Mo.29.Jan (15:00 - 18:00) Vorbereitung des Weltgebetstages aus Surinam
Martin-Luther-Haus Reinheim
Di.30.Jan (19:30 - ) Ökumenischer Abend zu den neuen Bibelübersetzungen
Haus St. Barbara, Gartenstraße 15, Klein-Zimmern
Do.01.Feb (17:30 - ) Info-Abend: Neuer Ausbildungskurs Notfallseelsorge
Dekanatszentrum Groß-Umstadt, Am Darmstädter Schloß 2
Do.15.Feb (09:00 - 11:00) Reichelsheimer Frauenfrühstück
Ev. Gemeindehaus Reichelsheim