Kurznachrichten

Die Jahresrechnung 2016 und der Dekanatshaushalt 2018 des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald liegt vom 11. bis einschließlich 19. Dezember 2017 werktags in der Zeit von 9 Uhr bis 11 Uhr in der Dekanatsverwaltung, Am Darmstädter Schloß 2, 64823 Groß-Umstadt, zur Einsichtnahme für alle evangelischen Gemeindeglieder aus.
In der Michaelsgemeinde in Reichelsheim geht die Inhaberin der Pfarrstelle II zum 1. Juli 2018 in den Ruhestand. Deshalb suchen wir eine Nachfolgerin/einen Nachfolger. Stellenbeschreibung
Die Ev. Martinsgemeinde Münster sucht zum 1. Januar 2018 eine/n Küster/in bzw. Hausmeister/in. Stellenanzeige
Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Niedernhausen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Pfarrerin/einen Pfarrer oder ein Pfarrerehepaar. Stellenbeschreibung
Die Ev. Kirchengemeinde Klein-Umstadt sucht eine/n Küster/in mit 4 Wochenstunden.
Auskünfte erteilt Pfarrerin Michaela Meingast, Bahnhofstr. 39, 64823 Groß-Umstadt. Tel.: 06078/2254.

Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe

Projektwoche an der Landrat-Gruber-Schulein Dieburg befasst sich mit dem Tod/Vortrag von Matthias MeitzlerGestatten MeitzlerHP
Übers Sterben nachdenken, das scheint eher eine Sache für ältere Menschen zu sein. Meint man. Dass dem nicht so ist, hat eine Projektwoche der Landrat-Gruber-Schule gezeigt, die von den drei Schulseelsorgern Karsten Gollnow, Mareike Böhm und Hubertus Naumann organisiert wurde. Unter dem Titel: „Was Gräber erzählen“ gab es ein breit gefächertes Programm – und viel Interesse bei den Jugendlichen.

An einem Abend aber hat sich die Schule auch nach außen geöffnet und gemeinsam mit dem Katholischen Dekanat Dieburg und dem Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald zu einem kurzweiligen Vortrag des Doktoranden Matthias Meitzler in die Cafeteria der Schule eingeladen. Er stand unter dem Motto „Gestatten, dass ich liegen bleibe“. Der Titel verrät, dass der junge Soziologe mit offenen Augen für eine sich verändernde Bestattungskultur unterwegs ist. Sein Augenmerk gilt besonderen Grabsteinen. Dafür hat er rund 1.100 Friedhöfe gesichtet.

Musikalisch besonders gerahmt wurde das Programm durch die Gruppe Jazzkonfekt. Sie traf genau den richtigen Ton für diesen Abend: leicht und doch tiefsinnig.Gestatten JazzkonfektHP

Meitzler, der aus Groß-Umstadt stammt und nun an der Uni in Passau forscht, hat Fragen, die sich an den Umgang der Lebenden mit dem Tod richten. Wie erinnern sich heute Menschen aneinander? Er hat festgestellt: Das kann sehr unterschiedlich sein. Denn der Friedhof erzählt auch viel über die Gesellschaft und ihre Veränderungen. Und heute „tanzen viele Gräber aus der Reihe, halten sich nicht an das Übliche“. Die Individualität hat also auch auf dem Friedhof Einzug gehalten. Es ist weit mehr als „ein Knochenlager, sondern ein Ort für Rituale und alles andere als ein totes Feld“. so Meitzler. Dabei werden Rituale oft selbst gefunden, so wie bei einer Grabstätte, auf der die Anweisung steht: „Kommt an mein Grab und feiert“. Und tatsächlich geschieht dies alljährlich im Kreis der Familie.

Religion bleibt - Darstellungsformen werden offener
Wo früher Berufsbezeichnungen auf dem Stein zu finden waren, gibt es jetzt noch weitere Identitätsmerkmale: Steine in Form einer Gitarre oder andere Gegenstände, die dem Verstorbenen wichtig waren. Deutlich wird hier, dass in einer Gesellschaft, in der Berufsbiografien auch unterbrochen sein können, andere Merkmale an Gewicht gewinnen, um die Persönlichkeit des Toten darzustellen. Was zunimmt, sind Bilder. In der NS-Zeit waren sie verpönt, anders als in anderen Ländern. Seit einiger Zeit treten sie häufiger auf und man sieht sie vor allem bei Kindergräbern. Wo früher vielleicht ein Engel als Figur über dem Grab stand, gibt es heute Darstellungen des Toten selbst oder seines Lieblingstiers. Trotzdem: „Religion nimmt nicht ab“, so Meitzler, die Darstellungsformen werden nur offener. So ist an vielen Gräbern auch eine nachträgliche Sinnzuschreibung zu finden, oft in Form von Verrätselungen wie „Sein Tod hat einen Sinn, sein Herz schlägt weiter“, was so viel bedeutet, dass das Herz des Toten eine Organspende war. Und dies wird auf dem Grabstein mitgeteilt. Mit Hilfe eines QR-Codes auf dem Grabstein, kann virtuell getrauert werden – ein neuer Trend in der Grabgestaltung und damit in der Populärkultur. In vielen der Trends wird deutlich, dass die Arbeit des Steinmetzes nicht ausstirbt. Selbst bei der Zunahme von Urnenbeisetzungen ist der Bedarf nach Darstellung durch Steine durchaus rege – verändert in der Form, aber ein Ausdruck nach bewusstem Trauern. Manchmal auch mit viel Humor, so wie die Aufschrift eines Grabsteins, der dem Abend den Titel gab: „Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe“.

Annette Claar-Kreh, Fotos: Karin Jablonski

Veranstaltungen

So.17.Dez (14:00 - 19:00) Offene Kirche und Kultur am 3. Advent
Ev. Kirche Ueberau
So.17.Dez (16:00 - ) Waldweihnacht
Heimkehrerplatz Messel
So.17.Dez (16:45 - ) Waldweihnacht
Kapelle im Wald bei Hering
So.17.Dez (17:00 - ) Musikalischer Adventsgottesdienst
Stadtkirche Groß-Umstadt
So.17.Dez (17:00 - ) Waldweihnacht
Waldschule im Laubweg Groß-Zimmern
Di.19.Dez (18:00 - ) Gemeinde im Gespräch
Ev. Gemeindehaus Georgenhausen
Mi.20.Dez (18:00 - ) Adventsandacht
Ev. Michaelskirche Groß-Bieberau
Mi.20.Dez (18:00 - ) Lebendiger Adventskalender „Unter der Kastanie“
Kirchhof der Ev. Kirche Groß-Zimmern
Fr.22.Dez (18:00 - ) Weihnachstssingspiel "Die offene Tür"
St. Markus Kirche Brensbach
Fr.22.Dez (18:00 - ) Alpenländisches Weihnachtskonzert
Ev. Michaelskirche Groß-Bieberau