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Pfarrerin mit Haut und Haaren

Mechthild Bangert verlässt die Reichelsheimer Michaelsgemeinde und geht in den Ruhestand/Verabschiedung am Sonntag, 10. Juni
Mechthild BangertHPDer Abschied wird heftig. Das weiß Mechthild Bangert schon vorher. Die Verbundenheit ist groß. „Es sind viele tolle Menschen hier“, sagt die Pfarrerin. Mit 63 Jahren geht sie vorzeitig in den Ruhestand, um mehr Zeit mit ihrem Mann und der Familie verbringen zu können. Zum 1. Juli endet der aktive Dienst. Am kommenden Sonntag, 10. Juni, wird sie im Gottesdienst um 11 Uhr verbschiedet. Die Feier wird dann nahtlos ins Gemeindefest der Michaelsgemeinde übergehen. So hat Mechthild Bangert es sich gewünscht.

Sie kann sich durchbeißen
Am 1. Dezember 2005, mit fünfzigeinhalb Jahren hat Mechthild Bangert als Pfarrerin in Reichelsheim angefangen. Zuvor, von 1991 bis Ende 2001, leitete sie elf Jahre lang das Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal – als erste Frau überhaupt und oft auch als einzige Frau in den Gremien. Hier habe sie gelernt, sich durchzusetzen und durchzubeißen, sagt Mechthild Bangert. Die Fortbildungs- und Tagungsstätte für Hauptamtliche liegt zwischen Schliersee und Spitzingsee. Als deren Leiterin war Mechthild Bangert viel unterwegs. Das zeigt zum Beispiel diese Begebenheit: An einem Tag sei sie um 5.23 Uhr mit dem Zug zu einer Konferenz nach Kassel gefahren. Abends zwischen 20 und 21 Uhr saß sie wieder im Zug – auf dem Weg zurück. Als der Schaffner ihre Fahrkarte kontrollierte, stutzte er, schaute sie an und sagte: „Mei, und des an oam Tag, mei!“

Eine anstrengende Zeit. „Dass ich das geschafft habe, darauf bin ich richtig stolz“, sagt die Pfarrerin. In dieser Zeit lernte sie ihren Mann Wolfgang Spengler kennen, der Dekanatsjugendpfarrer in Würzburg war. 1999 heirateten sie, 2002 ließ sie sich beurlauben und arbeitete ehrenamtlich am Tegernsee mit, wo er mittlerweile Pfarrer war. Danach entschied sich das Paar für den Odenwald. Reichelsheim überzeugte. Ihr Mann Wolfgang Spengler ging in den vorzeitigen Ruhestand und engagierte sich ehrenamtlich in der Michaelsgemeinde – er leitete und begleitete zwei Männerkreise, moderierte die Stolperstein-Verlegung, übernahm Gottesdienst- und Kasualvertretungen.

Doppelstudium Psychologie und Theologie
„Nah bei den Menschen sein, das war schon meins“, sagt Mechthild Bangert. „Ich habe Pfarrerin nicht als Berufs-, sondern als Lebensform verstanden.“ Dabei hatte die Pfarrerstochter nie vor, Pfarrerin zu werden. Aufgewachsen in Mainz-Kastel war ihr nach dem Abitur klar, dass sie was mit Menschen machen wollte. Lehrerin wollte sie nicht werden, Ärztin auch nicht. Durch die Studienberatung kam sie auf Diplom-Psychologie. Doch irgendwie reichte ihr das nicht. „Die Themen, die mich beschäftigt haben, habe ich im Vorlesungsverzeichnis bei den Theologen gefunden.“ Der Theologieprofessor Gert Otto empfahl ihr ein Doppelstudium. 1980 machte sie ihr Diplom in Psychologie, Ende 1982 ihr erstes Examen in der Theologie, am 1. Januar 1983 begann sie ihr Vikariat in Dreieich-Sprendlingen und erlebte die ungeheure Vielfalt des Pfarrberufs, war nah bei den Menschen, begleitete sie. Von 1984 bis 1990 hatte Mechthild Bangert ihre erste Pfarrstelle in Mainz-Gonsenheim inne.

Bei den Menschen sein, sie miteinander in Kontakt bringen und an Dingen dranbleiben, das ist die große Gabe von Mechthild Bangert. „Wenn ich von etwas überzeugt bin, gibt es kein Halten mehr.“ So war es zum Beispiel beim Aufbau des GenerationenNetzes Reichelsheim. So war es bei der dreiteiligen Großveranstaltung „Zukunft Odenwald“, aus der das GenerationenNetz entstanden ist. Mechthild Bangert hat viel Zeit und Kraft in die seelsorgerliche Begleitung gesteckt. „Das war mir ein wichtiger Schwerpunkt.“ Ebenso in den Gruppen und Kreisen der Kirchengemeinde präsent zu sein, Kontakte und Kooperationen zu pflegen, sich um die Menschen zu kümmern, die Ehrenamtlichen zu stärken, zu begleiten, zu moderieren und zu vernetzen. „Es gibt ein sehr gutes Miteinander mit der Kommune, auf ökumenischer Ebene, mit der Kommunität Offensive Junger Christen.“ Und sie habe es genossen, mit den Dekanatsmitarbeitenden an allgemeinen, größeren Themen zusammenzuarbeiten.

Die Kirchengemeinde als Dach
Während zweier Vakanzen, in der sie die große Michaelsgemeinde alleine zu managen hatte, sei sie mit der Kirchengemeinde nochmal enger zusammengewachsen. Deren Buntheit, Vielfalt und Aufgeschlossenheit habe ihr viel Freude gemacht. Die Kirchengemeinde hat sie immer als Dach gesehen, unter dem ganz viele Menschen Platz haben und sich aufgehoben fühlen. Auch Menschen, die mit der Kirche nicht so viel am Hut haben. All das wird ihr fehlen. Derzeit ist das Paar dabei, das Pfarrhaus zu räumen. Denn von Reichelsheim geht es in eine Drei-Zimmer-Wohnung an der Bergstraße, wo viele Freunde und Bekannte leben. Vertretungsdienste kann sie sich auch dort vorstellen. „Ich war mit Leib und Seele Pfarrerin, mit Haut und Haar – das bin ich immer noch und werde es auch bleiben.“

Pfarrerin Mechthild Bangert wird am Sonntag, 10. Juni, 11 Uhr, im Gottesdienst verabschiedet. Danach beginnt das Gemeindefest der Michaelsgemeinde.

Text + Foto: Silke Rummel

Veranstaltungen

So.24.Jun (10:00 - ) „Gottesdienst unter Erlen und Eschen“
Auf der Insel im alten Teich im Freizeitzentrum Georgenhausen
So.24.Jun (17:00 - ) Konzert von Manfred Siebald
Dreifaltigkeitskirche Reinheim
Mo.25.Jun (19:00 - ) Filme und Gespräche im Sommer
Dekanatszentrum, Am Darmstädter Schloß 2, Groß-Umstadt
Mi.27.Jun (10:00 - ) Konzert von Uwe Lal
Stadtkirche Babenhausen
Mi.27.Jun (19:00 - ) Filme und Gespräche im Sommer
Dekanatszentrum, Am Darmstädter Schloß 2, Groß-Umstadt
Fr.29.Jun (19:00 - ) Filme und Gespräche im Sommer
Dekanatszentrum, Am Darmstädter Schloß 2, Groß-Umstadt